Eines Nachts träumte ich, es regnete in mir. 
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Daisyworld I

Eines Nachts träumte ich, es regnete in mir. Der Regen prasselte an die Innenwände meines Körpers und umspülte die Organe. Es regnete in mir und durch mich hindurch. Es gibt nichts, was uns bloß umgibt. Es gibt keine Umwelt, kein Außen. Nichts steht uns gegenüber. Vielmehr sind wir immer schon Teil eines Ganzen. Die Natur geht über uns hinweg und durch uns hindurch. Wir bestehen aus ihr. Wir müssen alles, jede einzelne Wahrheit, jede Erkenntnis, jeden Gedanken und insbesondre unser Verhältnis zum Leben und zur Natur neu denken.

Im Frühjahr verbrachte ich einige Tage am Hallstätter See. Ob der Umstände des österreichischen Lockdowns war es dort menschenleer. Es regnete ohne Unterlass, und ich erkannte die Landschaft. Tagelang bestieg ich die umliegenden Berge und fertigte Skizzen.

Zurück in Wien entstanden sieben Ölbilder. Diese kombinierte ich mit den verschiedenen Repliken menschlicher Organe und fertigte derart die hier vorliegenden Fotografien an.

Der Titel „Daisyworld“ entstand erst im Nachhinein und bezieht sich auf die gleichnamige Computersimulation eines hypothetischen Planeten. James Lovelock und Andrew Watson veröffentlichten 1983 dieses Modell, um die Gaia-Hypothese zu untermauern, die eine Selbstregulation verschiedener Umweltparameter eines belebten Planeten durch das Leben selbst postuliert.

Bei der Benennung der Arbeiten entstand die innere Notwendigkeit, weitere Ideen zu formulieren. Folglich malte ich sieben weitere Ölgemälde, die auf die sieben Fotografien der „Daisyworld I"-Reihe direkt Bezug nehmen. Die Bildserien „Daisyworld I" und "Daisyworld II" sind untrennbar miteinander verbunden.

Für den Art Price Luxembourg bewerbe ich mich mit vier Fotografien der Serie „Daisyworld I“.