Imagine Vividly

   

Das folgende Interview vom 22. Februar 2018 hat der Bielefelder Redakteur Andreas Schnadwinkel mit Alexandra von Imagine Vividly geführt.

Redaktion: Was ist Imagine Vividly?                                                                           

Alexandra: Imagine Vividly ist eine Seite, auf der ich meine persönlichen Gedanken und Geschichten teile. Jeden Freitag gibt es eine neue „Every Friday Note“ rund um ein mir lieb gewonnenes Fundstück. Das kann dem Bereich der Mode, der Literatur, der Kunst, der Kultur oder auch der Architektur entspringen. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Redaktion: Was hat das mit den Bildern auf sich? Du malst Bilder zu Deinen Texten?

Alexandra: Das wäre so nicht ganz richtig ausgedrückt, es fehlt das Wesentliche dazwischen! (lacht) Der Ursprung von allem ist wie bei jedem Anderen die Idee. Die kann ich aber nicht wie ein Maler als Bild skizzieren, sondern mein Handwerk ist zunächst der Text, der eine Geschichte hervorbringt, meine wöchentliche Friday Note. Der Inhalt der Geschichte gibt auf diese Weise die Form vor, so dass ich schließlich fotografisch inszenieren kann. Meine Bildskizze ist erst der Text, dann die Fotografie. Der letzte Schritt ist das fertige Bild. Der Text bringt dieses hervor, aber Bild und Text bedingen sich weiterhin nicht. Das fertige Ölgemälde ist ein eigenständiges Produkt! Es konkurriert nicht mit dem Kunstwerk.Redaktion: Jetzt gibt es neuerdings einen Shop. Du sagst, es sind Produkte, die man sonst nicht kaufen kann?

Alexandra (lacht erneut): Eigentlich habe ich mit einer ganz anderen Frage gerechnet. Ich dachte, Du möchtest wissen, warum ich die so lieb gewonnen Fundstücke überhaupt verkaufen kann/möchte? 

(Redaktion Einwurf ): - Ja sicher, natürlich interessiert uns das!

Alexandra: Deine erste Frage beantwortet meine danach formulierte, die erwartete Frage. Du kannst heute alles kaufen, die Unternehmen verknappen die Produkte, um Gier und Luxus und vor allem den Profit weiter zu steigern. Auch wenn es hier nicht den Eindruck macht, führen meine Familie und ich eine sehr reduzierte Lebensweise. Ich habe zum Beispiel wenig Sachen in meinem Kleiderschrank, und wenn ich etwas kaufe, ist es bestimmt keine Massenware aus Asien. Es macht mich wahnsinnig und unruhig, wenn ich Sachen hätte, die einfach vergessen irgendwo liegen. In meiner Kindheit konnte ich mir immer alle Dinge aufzählen, die ich habe, und das hat gereicht. Es macht sogar glücklich. Von daher ist Geschichten zu den Dingen, die mich umgeben, zu erzählen, eine sehr kindliche Eigenschaft - im positivsten Sinne empfunden.

Redaktion: Aber jetzt weiß ich noch nicht, was das dann mit dem Verkauf auf sich hat? Warum verkaufst Du diese Fundstücke?

Alexandra: Weil die Geschichte damit abgeschlossen ist. Hätte die alte Dame, von der ich damals die Rolex in dem Friseursalon gekauft habe, zugegebenermaßen auf einem anekdotischen Weg, die Uhr nicht abgegeben, so würde diese Friday Note dazu nicht existieren. Die weiterführende Geschichte erhebt das Objekt noch über den eigentlichen Objektcharakter hinaus. Und so kann es wohl keinen größeren Luxus geben.

Redaktion: Alexandra, ich danke Dir für das sehr interessante Gespräch!