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Eating Lives 

Die Menschenfresser

Diese Seite ist das Arbeitsjournal zu meinem ersten Romanprojekt mit dem vorläufigen Titel „Eating Lives - Die Menschenfresser“. In unregelmäßigen Abständen lasse ich Euch hier an Dingen teilhaben, die meine tägliche Arbeit beeinflussen. Leider darf ich aus rechtlichen Gründen auf diesem Blog keine Passagen oder kurze Textfragmente, die später im Buch erscheinen, veröffentlichen. 

 Eintrag vom 8. Januar 2019

Wolfgang Herrndorf hat in einem Gespräch mit Jörn Morrisse gesagt: Ein wahnsinniger Vorteil des Schreibens gegenüber dem Malen ist aber, dass es körperlich nicht anstrengend ist - 8 Stunden Malen, und du hast wirklich einen Bandscheibenschaden, diese verkrampfte Haltung. Das ist sowohl körperlich als auch seelisch anstrengend. Beim Schreiben ist es nur seelisch anstrengend. Dazu kommt die einfache Handhabung des Textkörpers, wo man herrlich drin umarbeiten kann.

Eintrag vom 9. Januar 2019

Eintrag vom 10. Januar 2019

Angst raubt der Kreativität den Atem. Erklärungen sind unnötig. In seinen Abgründen kann man sich so wunderbar gefallen. Alles, was Du verlierst, gibt Dir die Sehnsucht danach zurück.

Eintrag vom 11. Januar 2019

Im Interview mit Tobias Haberl, Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, vom 5./6. Januar 2019, sagt Felicitas von Lovenberg: „(…) Wer sich ausdrückt, hat eine Sehnsucht danach, gesehen zu werden, das ist einfach so.“

Eintrag vom 14. Januar 2019

"Als gefallene Engel irren wir nun umher. Wir werden stets Acht geben, uns fern halten von all jenen, die uns den Zauber der Illusion rauben könnten. Was bleibt? Weiterhin werden wir uns milde Narkosen versetzen und hoffen. Reicht das andere Debakel nicht? Offenbar nicht. Der süchtige Moment lässt uns nicht los. Wenn wir lieben, versinken wir." Azouly, Isabelle, Das Fleisch ist traurig, in: Martin Eder, Der blasse Tanz, München, Berlin, London, New York 2010, S. 6-9.

Eintrag vom 15. Januar 2019

 "I still love the people I've loved, even if I cross the street to avoid them." (Uma Thurman)

Eintrag vom 17. Januar 2019

"Eating Lives - Die Menschenfresser" setzt sich mit einer Gesellschaft auseinander, die auf einem Wertesystem beruht, das die Wahrnehmung psychologischer Defekte des Individuums ausschließt und destruktives Verhalten fördert.

Eintrag vom 21. Januar 2019

In Tschechows "Möwe" geht es um eine Stimmung von unendlicher Vergeblichkeit. Unsere Zeit vergeht. Die Tage fallen wie Blätter vom Baum. Draußen treibt der Sturm große Wellen in den See und weht den Vorhang der alten Sommerbühne auf. Drinnen sitzen sie auf Stühlen und trauern um ihr Leben. Um die Liebe, die nicht glücken, nicht erwidert werden will.

Eintrag vom 22. Januar 2019

Stille ist die weiße Leinwand, auf die ich mein Textbild auftrage, mal in pastösen Zeichen, mal so zart, dass die Textur der Stille noch durchscheint. Stille ist der Zustand in dem die Idee geboren wird.

Eintrag vom 24. Januar 2019 STILLE

Eintrag vom 28. Januar 2019

Wenn das Grauen in die Normalität eindringt, dauert es, bis die Wunden heilen. 

Ich versuche mir vorzustellen, kein Gewissen zu haben. Nicht die geringste Spur eines Gewissens und keinerlei Gefühle von Schuld oder Reue. Ganz egal, was J. (neben M., Hauptprotagonist) anstellt, es plagen ihn keine lästigen Skrupel über das Wohlbeffinden von Fremden, Freunden oder gar Verwandten. Der Begriff "Verantwortung" ist ihm fremd, außer vielleicht als eine Bürde, die andere Menschen offenbar wie gutmütige Trottel blind auf sich nehmen. J. hat die Fähigkeit, diese so überaus sonderbare psychische Disposition vor anderen Menschen geschickt zu verbergen. Er ist völlig frei von internen Kontrollen, und seine ungehemmte Freiheit, ohne Skrupel alles zu tun, was er will, bleibt für den Rest der Welt verdeckt.

Doch selbst die völlig Skrupellosen gleichen sich nicht. 

M. (neben J., Hauptprotagonistin) ist brillant und begabt. Sie ist voller Träume und ungezügeltem Ehrgeiz. M. wird zur passenden Zeit geboren, mit Zugang zu einem Familienvermögen und einer sicheren Position als Geschäftsführerin in der Personallogistikffirma ihres Stiefvaters. M. ist besonders begabt, den Hass und das Gefühl der Benachteiligung ihrer Mitmenschen zu schüren. Während M. gravierenden Einfluss auf das Selbstwertgefühl der Anderen nimmt und ihren Frieden stört, fährt J. über die A2 von Hannover in Richtung Berlin und sucht seine Opfer, plündert ihre Bankkonten und ihre Beziehungen. Als sich M. und J. schließlich begegnen, beginnt die mörderische Odyssee. Zusammen können sie alles erreichen, denn ihre Mordlust und das tiefe Loch an der Stelle ihrer Seele verbinden sie.